Sahara Gravel – Zwei Radfreunde in der Wüste

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Die beiden Radfreunde Adrian Lober und Oliver Walter sind in der vergangenen Woche nach Marokko gereist, um bei dem 4 tägigen Etappen Rennen „Sahara Gravel“ des Veranstalters Epicos vom Atlasgebirge bis in die Sahara an den Start zu gehen.

Neben internationalen Größen des Radsports und der Gravel Szene, wie Nicolas Roche und seiner Partnerin, der amtierenden spanischen Meisterin Marta Tora Mila, der amtierenden britischen Meisterin Lizzie Hermolle, die sich von den beiden Radfreundem kurz vor Start noch das Schaltwerk montieren hat lassen, sowie dem ehemaligen weltmeister Taylor Phinney, waren insgesamt 137 Athleten aus 29 Nationen zu diesem Zweck auf dem afrikanischen Kontinent zusammengekommen. Nach Ankunft in Marrakesch und ein klein wenig Sightseeing in den engen Gassen der arabischer geprägten Altstadt ging es am zweiten Tag nach Ouarazate per Bustransfer. Hier trafen sich alle Starter in der Stadt im Atlasgebirge, die vor allem durch Hollywood Filmstudios und aufwendige Kulissen, sowie dem größten Solarkraftwerk der Welt bekannt ist.

Der Startschuss zu ersten Etappe am Dienstag den 25.2 fiel vor den nachgebauten Stadtmauern Jerusalems aus dem Film „Königreich der Himmel“. Am ersten Renntag waren knapp 90km über steiniges Gelände, Geröll und ausgetrocknete Flussbette zu bewältigen. Erschwert wurden die Bedingungen durch Wind und die starke Sonneneinstrahlung, die den Teilnehmern bereits im ersten Teil des Rennens viel abverlangte. Nach etwas Erholung und einer Erfrischung im Hotel Pool ging es am 2. Renntag für die beiden Radfreunde, die als Zweier-Team in der Paarwertung antraten, dann auf die Königsetappe mit 110km und knapp 2000 hm mit einer Passüberfahrt auf über 2000 mNN. Hier konnten Adrian und Oliver ein stabiles Tempo fahren und kamen nach etwas mehr als 5 Stunden Fahrzeit – wieder auf technisch anspruchsvollem Untergrund – ins Ziel der 2. Etappe in N‘Kob ins Ziel. Durch die etlichen Kilometer buckelpisten hatten beide trotz Handschuhe bereits mit wunden Stellen an den Händen zu kämpfen. Dies war allerdings im Ziel schnell vergessen, denn dort hatte der Veranstalter für alle Rennfahrer kalte Getränke und Pizza aus dem Steinofen organisiert. Ansonsten wurden die Teilnehmer mit authentischen landesüblichen Speisen verköstigt.

Die 3. Etappe mit ca 90 km Länge mit Ziel in Zagora war zwar flacher, allerdings musste ein Kilometerlanges ausgetrocknetes Flussbett mit Sand und Steinen bewältigt werden. Hier wäre das Mountainbike sicher die bessere Wahl gewesen. Besser geeignet war das Gravelrad allerdings dann für die letzten 25 Kilometer der Etappe, die die beiden aufgrund des extremen Rückenwindes mit einem Stundenmittel von über 50 km/h absolviert haben.

Auch die 4. Etappe war gekennzeichnet von starken Gegen-, Seiten- und Rückenwinden, mit immer weicher werdendem und sandigem Untergrund mit über 90 km Streckenlänge in die Ausläufer der Sahara in Richtung algerische Grenze. Auch hier wurden alle Teilnehmer des Rennens in Wüstencamps untergebracht, die mit dem Fahrrad sowie Kraftfahrzeugen nur mit entsprechendem Aufwand bedingt durch den sandigen Untergrund angefahren werden konnten. Hier waren dann auch Passagen dabei, an denen die meisten Teilnehmer ihre Räder stellenweise schieben mussten.

Nach 4 eindrucksvollen und anstrengenden Etappen mit insgesamt knapp 400 km und einer Gesamtfahrzeit von 15 Stunden sind die beiden Radfreunde aus Hilpoltstein und Allersberg durchaus zufrieden mit ihrem Saisoneinstieg, der auch als geländespezifisches Trainingslager betrachtet werden kann. So sehen sich beide gut vorbereitet für die weiteren Rennen, die dann auch unter anderem für Das Rennteam der Radfreunde Hilpoltstein bestritten werden, wie das in 5 Wochen stattfindende Gravel Rennen in Österreich am Wörthersee.

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